Gewerbegebiet Gütersloher Straße beiderseits des Pivitsweges: Nein!

In dem mit großer Mehrheit (10 : 1 Stimmen bei 3 Enthaltungen) gefassten Beschluss lehnt der Naturschutzbeirat das neue Gewerbegebiet an der Gütersloher Straße in Ummeln ab und fordert die Stadt Bielefeld auf, den entsprechenden Bebauungsplan nicht zu genehmigen.


Die zu Grunde liegende Änderung der Regionalplanung wurde zwar schon 2014, (Anm.: ohne die Zustimmung von BÜRGERNÄHE) auf den Weg gebracht, doch schon damals haben viele Mitglieder der Bezirksvertretung und des Stadtrates nach den Presseberichten nur mit „großen Bauchschmerzen“ zugestimmt. Es gab damals schwere Bedenken des Naturschutzbeirates, der das Vorhaben zweimal abgelehnt hat.


Seitdem hat sich die Lage im Natur- und Klimaschutz wesentlich verschärft. Studien haben eine erschreckende Dimension des Artensterbens, besonders bei Insekten, belegt. Die Klimakrise hat sich weiter zugespitzt, das belegen besonders die letzten drei extremen Trockenjahre. Im Bereich des Teutoburger Waldes, der für den Schutz der Wassergewinnung auch für das Unternehmen Gehring-Bunte unverzichtbar ist, sterben großflächig Waldbäume. Der Rat der Stadt hat deshalb den Klimanotstand ausgerufen und eine Intensivierung von Klimaschutzmaßnahmen beschlossen.
In dieser Situation im geplanten Umfang Teile eines Landschaftsschutz- und Wasserschutzgebietes zu bebauen ist aus Sicht von Natur-, Wasser und Klimaschutz nicht vertretbar.

 
Wir weisen darauf hin, dass beim Regionalplanverfahren 2014 aus Umweltsicht besser geeignete Alternativstandorte nicht ernsthaft geprüft werden konnten, da das Unternehmen Gehring-Bunte die favorisierte Fläche schon angekauft hatte. Das Gutachten, das die Alternativstandorte aus Sicht des Unternehmens abwertet, wurde durch das Unternehmen selbst beauftragt.

 
Für den Ortsteil Ummeln stellt eine solche Bebauung einen massiven Eingriff in das Ortsbild und die Ortsteilentwicklung dar. Die beiden beigefügten Bilder vermitteln einen Eindruck. Sehr nahe am Ortszentrum mit Kirche und den Geschäfts- und Einkaufsbereich an der Gütersloher Straße sollen bis 16 Meter hohe Gewerbehallen auf über 8 ha versiegelter Fläche errichtet werden. Dabei ist der Ortsteil schon durch die A 33, große Industrie- und Gewerbeflächen im Süden und Westen sowie die künftige B 61 n in starkem Maße belastet. Chancen für eine nachhaltige Ortsteilentwicklung, insbesondere des Zentrums, werden durch die geplanten riesigen Gewerbeblöcke im Nord-Osten verbaut.

Weitere Hinweise, die gegen diesen B-Plan sprechen, können Sie den Anlagen entnehmen.

Wir bitten aus diesen Gründen darum, diesem B-Plan nicht zuzustimmen

Mit freundlichen Grüßen 
Adalbert Niemeyer-Lüllwitz
BUND NRW e.V. / BUND-Kreisgruppe Bielefeld- Mitglied im Landesvorstand und im Kreisvorstand Bielefeld- Mitglied im Naturschutzbeirat der Stadt Bielefeld 

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